Der historische UAP-Bericht der AARO - Band 1

Am 8. März war es soweit, der angekündigte Bericht des US UAP-Büros AARO über historische Aktivitäten der US-Regierung zum UFO/UAP-Thema erschien in der freigegebenen Version, nachdem dem Kongress bereits zuvor der klassifizierte Bericht vorgelegt wurde. Die Erwartungen waren, wie schon bei den vorherigen UAP-Berichten, ganz unterschiedlich. Aber erneut wurden die hohen Erwartungen der Alien-Ufologen nach Enthüllungen, die ihre Ansichten bestätigen, nicht erfüllt. Wenig überraschend finden dies die eher wissenschaftlich-kritisch orientierten UFO-Forscher, die ihre Einschätzungen darin bestätigt sehen. Update vom 12. März: Ein Artikel auf The Debrief weist u.a auf einige sachliche Fehler in den Angaben im Bericht hin. Siehe dazu am Ende des Überblicks.

Auf einen Blick

Der Bericht stellt eine umfassende Untersuchung der Geschichte der US-Regierung in Bezug auf unidentifizierte anomale Phänomene (UAP) dar. Für den Bericht, der alle offiziellen Untersuchungsbemühungen der US-Regierung seit 1945 umfasst, wurden klassifizierte und nicht klassifizierte Archive analysiert, Interviews geführt und Partnerschaften mit Beamten der Intelligence Community und des Verteidigungsministeriums geschlossen. Die US-Regierung (USG) hat seit 1945 Untersuchungen finanziert und unterstützt, um festzustellen, ob UAP Flugsicherheitsrisiken, technologische Fortschritte von konkurrierenden Nationen oder Beweise für außerweltliche Technologie unter intelligenter Kontrolle darstellen. AARO nutzt sowohl die wissenschaftliche Methode als auch nachrichtendienstliche Analysen, um Risiken zu identifizieren und zu mindern, die UAP für die Sicherheit des Gebiets darstellen könnten, und um potenzielle konkurrierende technische Systeme zu entdecken. Der Bericht fand keine Beweise dafür, dass irgendeine Untersuchung der US-Regierung, akademisch geförderte Forschung oder ein offizielles Prüfgremium bestätigt hat, dass es sich bei einer Sichtung eines UAP um außerirdische Technologie handelt. Alle Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass es sich bei den meisten Sichtungen um gewöhnliche Objekte und Phänomene handelte, die falsch interpretiert worden waren.

Es wird einen zweiten Band geben, der eine Analyse der Informationen enthalten wird, die AARO nach dem 1. November 2023 erhalten hat, einschließlich der Informationen, die durch Interviews mit derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitern der US-Regierung erhalten wurden, die AARO über den sicheren Meldemechanismus auf der AARO-Website kontaktiert haben.

Presserklärung des US-Verteidigungsministerums

Seitens des Verteidigungsministeriums gab es dazu auch eine Presseerklärung, die den Bericht entsprechend zusammenfasst:

Das Ziel der Bemühungen von AARO bei der Erstellung dieses Bandes und des zweiten, in Kürze erscheinenden Bandes ist es, einen strengen analytischen und wissenschaftlichen Ansatz zu verwenden, um frühere von der US-Regierung geförderte UAP-Untersuchungsbemühungen und die Behauptungen von Interviewpartnern zu untersuchen, dass die US-Regierung und verschiedene Auftragnehmer außerweltliche Technologien und biologisches Material geborgen haben und verstecken. AARO ist an dieses Projekt mit der größtmöglichen Offenheit herangegangen und hat diese Behauptungen und Behauptungen gründlich untersucht, ohne eine bestimmte vorgefasste Schlussfolgerung oder Hypothese zu haben. AARO ist bestrebt, Schlussfolgerungen zu ziehen, die auf überprüfbaren Beweisen beruhen. Wie AARO bereits gesagt hat, wird sie den Beweisen folgen, wohin auch immer sie führen.

Bis heute hat AARO keine nachprüfbaren Beweise für die Behauptung gefunden, dass die US-Regierung und private Unternehmen Zugang zu außerirdischer Technologie haben oder diese zurückentwickelt haben. AARO hat auch keine Beweise dafür gefunden, dass irgendeine Untersuchung der US-Regierung, akademisch geförderte Forschung oder ein offizielles Prüfgremium bestätigt hat, dass eine Sichtung eines UAP außerirdische Technologie darstellt. Alle Untersuchungen auf allen Klassifizierungsebenen kamen zu dem Schluss, dass es sich bei den meisten Sichtungen um gewöhnliche Objekte und Phänomene handelte, die falsch identifiziert worden waren. Das AARO geht davon aus, dass alle von den Befragten genannten und beschriebenen angeblichen versteckten UAP-Reverse-Engineering-Programme entweder nicht existieren, falsch identifizierte authentische nationale Sicherheitsprogramme sind, die nichts mit der Nutzung außerirdischer Technologie zu tun haben, oder dass es sich um ein nicht mehr existierendes Programm handelt.

Der Bericht kann in Gänze auf der Seite der AARO heruntergeladen werden. Mit insgesamt 63 Seiten fällt er deutlich länger aus, als die bisherigen UAP-Berichte. Der Bericht ist in 9 Kapitel (Sektionen) unterteilt, denen sich ein längeres Quellenverzeichnis anschließt.

Inhalt des Berichts

Hier ein Überblick über den Bericht mit Auszügen. Der Bericht kann komplett am Ende des Beitrags angesehen werden.

Section I: Introduction (S. 6)

Die Einleitung enthält allgemeine Angaben zur AARO sowie der Arbeit und Methodik bei der Abfassung des Berichts. 

Section II: Executive Summary (S. 7)

Die Zusammenfassung bietet einen Überblick über die Erkenntnisse aus den Untersuchungen, die deutlich machen, dass sich keine der bisher kursierenden, spekulativen Behauptungen bestätigt haben:

AARO fand keine Beweise dafür, dass eine Untersuchung der US-Regierung, eine von der Wissenschaft geförderte Forschung oder ein offizielles Prüfgremium bestätigt hat, dass es sich bei einer Sichtung eines UAP um außerirdische Technologie handelt. Alle Untersuchungen auf allen Klassifizierungsebenen kamen zu dem Schluss, dass es sich bei den meisten Sichtungen um gewöhnliche Objekte und Phänomene handelte, die das Ergebnis einer falschen Identifizierung waren. Auch wenn dies nicht im Mittelpunkt dieses Berichts steht, ist es erwähnenswert, dass alle offiziellen ausländischen UAP-Untersuchungen bisher zu denselben allgemeinen Schlussfolgerungen gekommen sind wie die Untersuchungen der US-Regierung.

  • Obwohl viele UAP-Meldungen ungelöst oder unidentifiziert bleiben, schätzt das AARO, dass die meisten dieser Fälle auch als gewöhnliche Objekte oder Phänomene identifiziert und gelöst werden könnten, wenn mehr und qualitativ bessere Daten verfügbar wären. Sensoren und visuelle Beobachtungen sind unvollkommen; in der großen Mehrheit der Fälle fehlen verwertbare Daten, oder die verfügbaren Daten sind begrenzt oder von schlechter Qualität.
  • Die Ressourcen und die personelle Ausstattung für diese Programme sind größtenteils unregelmäßig und sporadisch, was die Untersuchungsbemühungen erschwert und einen effektiven Wissenstransfer behindert.
  • Die überwiegende Mehrheit der Meldungen ist mit ziemlicher Sicherheit das Ergebnis einer falschen Identifizierung und eine unmittelbare Folge der mangelnden Kenntnis des Gebiets; es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Menge und der Qualität der verfügbaren Informationen über einen Fall und der Fähigkeit, ihn abschließend zu lösen

Das AARO fand keine empirischen Beweise für die Behauptung, dass die US-Regierung und private Unternehmen außerirdische Technologie zurückentwickelt haben. AARO stellte auf der Grundlage aller bisher zur Verfügung gestellten Informationen fest, dass Behauptungen über bestimmte Personen, bekannte Orte, technologische Tests und Dokumente, die angeblich mit dem Reverse-Engineering außerirdischer Technologie zu tun haben oder damit in Verbindung stehen, unzutreffend sind. Weitere Behauptungen werden in Band II behandelt. AARO konnte die von den Befragten genannten Programme, Beamten, Unternehmen, Führungskräfte und Dokumente der US-Regierung und der Industrie ausfindig machen. In vielen Fällen nannten die Befragten authentische, als Verschlusssache eingestufte USG-Programme, die denjenigen, die in der Exekutive und Legislative Zugang zu ihnen haben, bekannt und verständlich sind; allerdings brachten die Befragten diese authentischen USG-Programme fälschlicherweise mit außerirdischen und außerirdischen Aktivitäten in Verbindung.

Diese zentralen Erkenntnisse bestätigen das, was bisher aus den UAP-Berichten abzuleiten war und der ehemalige AARO-Direktor, Dr. Sean Kirkpatrick, in kürzlichen Interviews ausgesagt hat.

Im Weiteren werden diverse Punkte aufgelistet, zu denen Erkenntnisse erlangt werden konnten, darunter auch zu angeblichen außerweltlichen bzw. außerirdischen Fahrzeugen und Technologien, wie es u.a. seitens des „Whistleblowers“ David Grusch und Anderen aus dessen Umfeld behauptet wird. Der Bericht zeigt auch, dass die ganzen seit einigen Jahren gestreuten Spekulationen aus dem immer gleichen Kreis stammen, der sich rund um die Skinwalker-Ranch gebildet hat. Weitere Auszüge:

Das AARO geht davon aus, dass alle von den Befragten genannten und beschriebenen angeblichen versteckten UAP-Reverse-Engineering-Programme entweder nicht existieren, dass es sich um falsch identifizierte authentische, hochsensible nationale Sicherheitsprogramme handelt, die nichts mit der Nutzung außerirdischer Technologien zu tun haben, oder dass es sich um ein ungerechtfertigtes und nicht mehr existierendes Programm handelt.

(...)

AARO geht davon aus, dass die unzutreffende Behauptung, die US-Regierung betreibe ein Reverse-Engineering außerirdischer Technologie und verheimliche dies vor dem Kongress, größtenteils das Ergebnis einer zirkulären Berichterstattung einer Gruppe von Personen ist, die dies trotz fehlender Beweise für wahr halten.

(...)

Mehrere Faktoren - nationale und internationale - haben höchstwahrscheinlich die Sichtungen, Berichte und den Glauben einiger Personen beeinflusst, dass es genügend Beweise dafür gibt, dass einige UAP außerirdische Technologie darstellen.

Auch auf die Einflüsse diverser (ehemals) geheimer Technologieprojekte auf mögliche UFO-Sichtungen wird hingewiesen:

Das AARO geht davon aus, dass ein Teil der Sichtungen seit den 1940er Jahren auf eine falsche Identifizierung von nie zuvor gesehenen experimentellen und operativen Raum-, Raketen- und Luftsystemen, einschließlich Tarnkappentechnologien und der Verbreitung von Drohnenplattformen.

SECTION III: Scope & Assumptions (S. 11)

Dieses Kapitel beschreibt den Geltungsbereich des Berichts und die zugrundeliegenden Annahmen.

Hier wird auch auf die Heterogenität des Begriffs UAP hingewiesen und dass hier verschiedene Ursachen eine Rolle spielen, die nichts miteinander zu tun haben. Auch etwas, was man aus der praktischen UFO-Forschung kennt:

Die AARO ist sich darüber im Klaren, dass die Verwendung des Begriffs "UAP" für alle potenziellen Möglichkeiten ein falsches Gefühl der Gemeinsamkeit vermittelt, z. B. in Bezug auf ihren Ursprung, ihre Identität, ihren Zweck, ihre Art und die Bedrohung, die sie darstellen können. Die einzige Gemeinsamkeit, die sie zumindest anfangs haben, ist, dass sie alle nicht identifiziert sind. Abgesehen davon, dass sie zunächst nicht oder falsch identifiziert wurden, haben Drohnen, Ballons, Flugzeuge, Raketen, Raketenabgase, Satelliten, Infrarotabweichungen (IR), Sensorartefakte, Vögel, Sterne, Planeten, undeutliche Lichter, vage Radarrückmeldungen, Meteore und optische Effekte - wie z. B. die Parallaxe - nichts gemeinsam.

SECTION IV: Accounts of USG UAP Investigatory Programs Since 1945 (S. 13)

Ein sehr informatives Kapitel, das alle bisherigen Untersuchungsprojekte seit dem zweiten Weltkrieg auflistet:

AARO hat die offiziellen Bemühungen der US-Regierung im Zusammenhang mit UFOs/UAP seit 1945 untersucht. Diese Nachforschungen ergaben die Existenz von etwa zwei Dutzend separaten Untersuchungsbemühungen, je nachdem, wie sie gezählt werden. Diese Bemühungen reichten von formellen, eigenständigen Programmen mit einem engagierten Team und einer gewissen Langlebigkeit, darunter: Projekte SAUCER/SIGN, GRUDGE und BLUE BOOK, die DoD UAP Task Force (UAPTF) unter der Leitung der U.S. Navy (USN), die Airborne Object Identification and Management Synchronization Group (AOIMSG) und das All-domain Anomaly Resolution Office (AARO). Es gab auch kurzfristige Projekte, die einige dieser etablierten Programme unterstützten, darunter: Projekte TWINKLE und BEAR sowie kurzfristige Untersuchungen oder Überprüfungen bestimmter Fälle, wie die beiden Roswell-Berichte der USAF. Darüber hinaus gab es Bemühungen, die auf kurzfristige, externe Überprüfungen etablierter Programme der USAF hinausliefen, wie die von der CIA gesponserte Studiengruppe, das Robertson-Panel, der Durant-Bericht und der Condon-Bericht der Universität von Colorado (im Auftrag der USAF).

Lesenswert vor allem deswegen, da es zu allen Projekten zentrale Informationen über Gegenstand und Erkenntnisse zusammenfasst und auch vermutlich eher weniger bekannte Projekte genannt werden, wie das Projekt Bear von 1951-1954. Ergänzend werden auch ausländische und akademische Projekte erwähnt.

Zu AARO wird deren aktueller Status zitiert:

Von allen Berichten, die von der AARO untersucht und analysiert wurden, handelt es sich nicht um außerirdische oder außerweltliche Technologie. Ein kleiner Prozentsatz der Fälle weist potenziell anomale oder beunruhigende Merkmale auf. AARO hat den Kongress umfassend und aktuell über seine Ergebnisse informiert. Die Untersuchungen von AARO zu diesen Fällen werden fortgesetzt

Als zentrale Erkenntnisse aus den aufgelisteten Projekten wird u.a. folgendes beschrieben:

Keine dieser Untersuchungen (einschließlich der Bemühungen der US-Regierung, ausländischer und amerikanischer Wissenschaftler) kam zu dem Schluss, dass einer der UAP-Berichte auf einen außerirdischen Ursprung hinweist.

- Alle diese Bemühungen und Überprüfungen kamen zu dem Schluss, dass die überwiegende Mehrheit der UAP-Berichte als gewöhnliche Objekte, Naturphänomene, optische Täuschungen oder Fehleinschätzungen aufgeklärt werden konnten. Viele der Fälle bleiben jedoch ungelöst.

- Der Mangel an verwertbaren Daten - insbesondere der Mangel an Geschwindigkeit, Höhe und Größe der gemeldeten UAP - in Verbindung mit Ressourcenbeschränkungen, der großen Anzahl von Fällen und der wahrgenommenen unterschiedlichen Unterstützung durch die US-Behörden waren Faktoren, die alle Ermittlungsbemühungen beeinträchtigten. Trotz der beträchtlichen Fortschritte bei den boden- und luftgestützten Sensoren sind die Ermittlungen nach wie vor durch das offensichtliche Unvermögen gekennzeichnet, ausreichende und qualitativ hochwertige Daten für die wissenschaftliche Analyse zu sammeln.

- Drei Bemühungen untersuchten Berichte über direkte oder indirekte physische Beweise für UFOs (von Vertiefungen am Boden bis hin zu metallischen Trümmern) und fanden nichts, was auf einen fremden oder außerirdischen Ursprung hindeutet.

(…)

- Zu verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte behaupteten Personen innerhalb und außerhalb der USG, darunter auch Dr. J. Allen Hynek, dass die USAF das Hauptziel verfolgte, Berichte über UAP zu entlarven oder zu erklären. AARO fand keine Beweise dafür, dass die USAF eine Politik verfolgte, die darauf abzielte, Beweise für außerirdisches Wissen, Material oder Interaktionen zu vertuschen. Vielmehr versuchte die USAF, sich auf wichtigere Belange zu konzentrieren, wie z.B. die sowjetische Technologie und die Verteidigungsbereitschaft der USA.

SECTION V: Assessment of Interviewee Claims of USG Involvement in Hidden UAP Programs (S. 28)

Ebenso lesenswert sind die Ausführungen zu diversen Interviews mit um die 30 Personen, die verschiedene außergewöhnliche Behauptungen aufgestellt haben. Diese werden in zwei Erzählungen unterteilt:

Die primäre Erzählung behauptet, dass die US-Regierung und ihre Industriepartner im Besitz von außerirdischer Technologie sind und diese testen, die seit etwa 1964 vor der Aufsicht des Kongresses und der Welt verborgen wurde, und möglicherweise seit 1947, wenn man die Roswell-Ereignisse einbezieht. Es wird behauptet, dass dieses UAP-Programm über bis zu 12 außerirdische Raumfahrzeuge verfügt.

(...)

Die andere Erzählung besagt, dass eine Reihe von UAP-Sichtungen in unmittelbarer Nähe von US-Atomanlagen zu Fehlfunktionen und zur Zerstörung von Atomraketen und einem Wiedereintrittsfahrzeug geführt haben.

Für detaillierte Ergebnisse wird auf den kommende zweiten Band verwiesen.

Es werden allerdings einige Ergebnisse zu verschiedenen, aufgestellten Behauptungen aufgelistet, die die Authentizität der Behaupteten bezweifeln, auf Fehlinterpretationen tatsächlicher Vorkommnisse hinweisen oder fehlende Belege für die Behauptungen feststellen. Erwähnt werden auch angebliche Artefakte außerirdischer Herkunft, wie es vor Jahren bspw. auch durch die TTSA verbreitet wurde, die im Besitz solcher Materialien war, die jedoch bereits in der Vergangenheit als Industrieabfallprodukte identifiziert wurden. Dies bestätigt nun auch der Bericht:

Die AARO und ein führendes wissenschaftliches Labor kamen zu dem Schluss, dass es sich bei dem Material um eine metallische Legierung handelt, die terrestrischer Natur ist und möglicherweise von der USAF stammt, was auf die Materialcharakterisierung zurückzuführen ist. Es wurde auch festgestellt, dass das Material hauptsächlich aus Magnesium besteht und das vorhandene Wismut nicht wie ursprünglich behauptet eine reine Schicht ist.

Im Zusammenhang zur Behauptung über UAP-Vorfälle in der Nähe von Nuklearbasen wird auf die Problematik fehlender, verwertbarer Daten hingewiesen, die über reine Erzählungen hinausgehen. Man will derartigen Berichten aber aus Sicherheitsgründen weiter nachgehen, da es dabei um sensible Bereiche gehe.

Der Interims-Direktor der AARO, Tim Phillips, hat sich in einem Artikel auf abc News zum Bericht geäußert und betont, dass Personen mit früheren Verbindungen zum US-Militär oder zur US-Regierung, die sich mit einigen dieser Behauptungen gemeldet haben, die bei der Überprüfung abgelehnt wurden, dies "ohne Böswilligkeit oder das Bestreben, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen" getan haben.

"Viele haben aufrichtig reale Ereignisse fehlinterpretiert oder sensible US-Programme, für die sie nicht zugelassen waren, fälschlicherweise als mit UAP oder außerirdischer Ausbeutung in Verbindung stehend angesehen", sagte er zu abs News.

Der Bericht hebt mehrere Fälle hervor, in denen Personen authentische, als geheim eingestufte Programme nannten, aber "die Befragten diese authentischen USG-Programme fälschlicherweise mit außerirdischen und außerirdischen Aktivitäten in Verbindung brachten."

Zum Beispiel überprüfte das AARO einen Bericht über eine Person, die "ein Gespräch über einen Technologietest auf einer Militärbasis mitbekam, bei dem angeblich "Außerirdische" zusahen, und das AARO urteilt, dass die befragte Person das Gespräch missverstanden hat".

SECTION VI: Investigation into Named USG Sensitive Programs (S. 33)

Untersucht wurden auch Behauptungen hinsichtlich geheimer Programme, die sich mit geheimer UAP-Technologie befassen sollen oder damit irgendwie Befassung haben. Dass es geheime Militärprogramme gab steht außer Zweifel, allerdings hatten diese nichts mit UAP zu tun, wie der Bericht feststellt:

AARO kommt zu dem Schluss, dass viele dieser Programme authentische, aktuelle und frühere sensible nationale Sicherheitsprogramme darstellen, aber keines dieser Programme war mit der Erfassung, Rückgewinnung oder dem Reverse-Engineering von außerirdischer Technologie oder außerirdischem Material befasst.

Erwähnt wird in dem Zusammenhang das private KONA BLUE-Programm, das irrtümliches als angebliches Bergungs- und Reverse-Engineering-Programm verstanden wurde. Dessen Befürworter glaubten, dass die Regierung fortgeschrittene UAP-Technologien verstecken würde. Der Bericht schreibt dazu:

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass keine außerirdischen Raumschiffe oder Körper jemals gesammelt wurden - dieses Material wurde lediglich von den Befürwortern von KONA BLUE und seinen voraussichtlichen Auftragnehmern als existent angenommen. Dies war die gleiche Annahme, die auch von den am AAWSAP/AATIP-Programm beteiligten Personen gemacht wurde.

Explizit erwähnt wird dann auch die zentrale Verwicklung des von im AAWSAP/AATIP (Skinwalker Ranch) involvierten Personenkreis zu diesen Behauptungen:

AARO recherchierte und befragte zahlreiche Personen, Programme und führende Persönlichkeiten. Es hat Es hat festgestellt, dass die heutigen Behauptungen, die US-Regierung verstecke außerweltliche Technologien und Wesen, größtenteils von derselben Gruppe von Personen stammen, die mit dem abgebrochenen AAWSAP/AATIP-Programm und den paranormalen Forschungsbemühungen einer privaten Organisation in Verbindung stehen. Diese Personen haben im Rahmen verschiedener UAP-bezogener Bemühungen immer wieder miteinander zusammengearbeitet.

Es wird dazu auf Interviews mit namentlich nicht genannten Personen und deren Verwicklung mit dem UAP-Thema und AAWSAP/AARO verwiesen.

SECTION VII: Historical Context of UAP Investigatory Efforts Since 1945 (S. 36)

Dieses Kapitel beschreibt den historischen Kontext im Zusammenhang mit UAP-Sichtungen und -Berichten und weist auf typische Einflussfaktoren hin, die auch seitens der UFO-Forschung schon wiederholt aufgeführt wurden, wie popkulturelle Einflüsse, angenommene Vertuschungen seitens der Regierung, Geheimhaltung und das öffentliche Interesse. Der Bericht schreibt dazu zusammenfassend:

AARO kommt zu dem Schluss, dass die den USG-Organisationen gemeldeten UAP-Sichtungen, die Behauptungen, bei einigen handele es sich um außerirdische Raumschiffe, und die Behauptungen, die USG habe sich außerirdische Technologie gesichert und experimentiere damit, höchstwahrscheinlich auf eine Reihe kultureller, politischer und technologischer Faktoren zurückzuführen sind. AARO stützt diese Schlussfolgerung auf die Gesamtheit der Ergebnisse aller bisherigen USG-Untersuchungen, auf die Fehlinterpretation aller gemeldeten sensiblen Programme, auf das Fehlen empirischer Beweise zur Untermauerung der USG-Erzählung über Reverse-Engineering und auf die Einschätzung von AARO, dass das Metallstück, das angeblich Ende der 1940er Jahre aus einem außerirdischen Raumschiff geborgen wurde, gewöhnlich und irdischen Ursprungs ist und keine außergewöhnlichen Eigenschaften aufweist.

In einem Ansatz wird auch auf das häufige Problem der ungenügenden oder ungenauen Daten für eine ausreichende Untersuchung und Identifizierung hingewiesen.

Frühere und aktuelle Untersuchungen wurden durch unzureichende Daten und Informationen für die nachrichtendienstliche und wissenschaftliche Analyse zur Klärung anormaler Vorfälle erschwert. (...). Captain Ruppelt, der erste Leiter des Projekts BLUE BOOK, stellte fest, dass die Unfähigkeit, Höhe, Größe und Geschwindigkeit des UFOs zu erfassen, ein wiederkehrendes und bedeutendes Hindernis bei der Lösung von Fällen darstellte. Eine ähnliche Herausforderung besteht auch heute noch, trotz des technischen Fortschritts. Zu den meisten UAP-Sichtungen gibt es keine Daten, die über einen oft vagen Bericht hinausgehen; und wenn es konkrete Daten gibt, sind sie oft unvollständig oder von schlechter Qualität. Was die militärische Berichterstattung angeht, so sind die Sensoren, mit denen UAP am häufigsten erfasst werden, für den Kampfeinsatz kalibriert und optimiert. UAP werden nicht routinemäßig von exquisiten, hochauflösenden Multi-Fähigkeits-, Nachrichten-, Überwachungs- und Aufklärungs-Sammelplattformen erfasst - eine Schwelle, die oft erforderlich ist, um einen Fall erfolgreich aufzuklären.

SECTION VIII: Testing and Development of U.S. National Security and Space Programs Most Likely Accounted for Some Portion of UAP Sightings (S. 39)

Verschiedentlich werden geheime Militär- oder Weltraumprogramme für manche UAP-Sichtungen verantwortlich gemacht. Dazu gibt das Kapitel 8 eine Übersicht über nicht (mehr) klassifizierte Projekte, deren Testobjekte/Testflüge ggf. als UAP fehlgedeutet werden konnten.

Darunter finden sich historische, wie das Projekt Mogul, dessen Ballon für dem Roswell-Mythos verantwortlich war, als auch neuere UAV-Projekte.

SECTION IX: Conclusion (S. 45)

Sehr knapp fällt dann die Schlussfolgerung aus. Auszug daraus:

Bis heute hat das AARO keine empirischen Beweise dafür gefunden, dass es sich bei einer Sichtung eines UAP um eine außerirdische Technologie oder um die Existenz eines geheimen Programms handelt, das dem Kongress nicht ordnungsgemäß gemeldet wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass die meisten Sichtungen das Ergebnis einer Verwechslung von gewöhnlichen Objekten und Phänomenen waren. Obwohl viele UAP-Meldungen ungeklärt bleiben, schätzt das AARO, dass die meisten dieser Fälle auch als gewöhnliche Objekte oder Phänomene identifiziert und aufgeklärt werden könnten, wenn zusätzliche, qualitativ hochwertige Daten zur Verfügung stünden.

  

Soweit also der Bericht, der in jeden Falle lesenswert ist und viele Informationen enthält. Er bietet zudem einen sehr guten Überblick über historische Aktivitäten sowie diverse militärische Projekte. Angebliche UFO-Abstürze werden nicht gesondert behandelt. Erwähnung finden lediglich die Untersuchungen zum Roswell-Zwischenfall, zu dem es auch sehr umfassende Berichte der USAF gibt. Andere angebliche Vorfälle, wie Aztec oder Keksburg, werden nicht erwähnt. Hervorgehoben wird mehrfach die häufig mangelnde Datenlage, die eine Identifizierung oder Einordnung erschwert, was auch aus der praktischen UFO-Forschung und Falldiskussionen bekannt ist, wo unklare Daten und alleinige Zeugenaussagen eine Zuordnung häufig erschweren.

Interessant dürfte auch der zweite Band werden, der sich auf aktuelle Behauptungen bezieht und für den weitere Unterlagen aus dem Nationalarchiv herangezogen werden, die bislang nicht öffentlich waren. NASA, FBI und CIA sollen außerdem weitere Daten sammeln. Andere Ergebnisse als bislang dürfte der zweite Band allerdings nicht zutage fördern.

Ergänzende Info: Am 6. März gab es ein vorgezogenes, nicht-öffentliches Pressebriefing seitens AARO zu diesem Bericht, mit geladenen Pressevertretern. Ein Transkript in Englisch dazu findet sich auf The Black Vault.

Der Bericht stieß erwartungsgemäß nach seiner Veröffentlichung auf Kritik seitens mancher Ufologen. Viele argumentierten, dass seine Ergebnisse ungültig seien, während andere sich skeptisch gegenüber den Behauptungen äußerten, dass keine Beweise für Vertuschungen im Zusammenhang mit abgestürzten UAP-Abrufprogrammen gefunden worden seien und somit die die Aussagekraft bezweifeln. Es werden auch bereits diverse Verschwörungserzählungen verbreitet, wer was und warum immer noch geheim hält, etc. Mit Sicherheit werden wieder irgendwelche Personen auftreten, die behaupten, irgendwas zu wissen oder gesehen zu haben, ohne aber konkretes vorlegen zu können. Warum bestätigende Aussagen zur Existenz von Aliens von Regierungsseite dann glaubwürdiger sein sollen, als die hier geäußerte Sachlage, ist die große Frage.

Update vom 12. März: Ein Beitrag auf The Debrief wirft einen genauen Blick auf die Angaben im Bericht und hat u.a. einige sachliche Fehler darin festgestellt:

Unter den vielen Fehlern, die in dem neuen Bericht auftauchen, ist einer der eklatantesten die Anspielung auf den verstorbenen Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, und seine Beteiligung an der Finanzierung einer umstrittenen UAP-Ermittlungsmaßnahme, die Anfang des Jahres von der Defense Intelligence Agency geleitet wurde 2000er Jahre. Der Bericht bezieht sich auf den Heimatstaat des demokratischen Senators als New Mexico, während Reid ein US-Senator aus Nevada war.

In einem anderen Fall wird beschrieben, dass eine berühmte Sichtung, über die der Pilot Kenneth Arnold im Sommer 1947 in der Nähe von Mount Rainer, Washington, berichtete, am „23. Juni“ stattgefunden habe, einen Tag vor Arnolds Sichtung.

In dem Bericht wird ebenfalls behauptet, Arnold habe die von ihm beobachteten Objekte als „untertassenähnliche Flugzeuge“ beschrieben, obwohl diese mittlerweile berühmte Charakterisierung erst später von Medienvertretern übernommen wurde, die sich damals auf Arnolds Beschreibung ihrer Bewegung als „Untertassen“ beriefen „Über Wasser hüpfen.

In einem weiteren Beispiel bezieht sich der AARO-Bericht wiederholt auf eine statistische Analyse von Sichtungen, die vom Project Blue Book der US-Luftwaffe gesammelt wurden und vom Battelle Memorial Institute als „Project BEAR“ durchgeführt wurden, was eigentlich nur ein Spitzname für das war Programm vom ursprünglichen Regisseur von Blue Book, Edward J. Ruppelt. Der eigentliche Name des Projekts – der mittlerweile seit Jahrzehnten öffentlich bekannt ist – war Project STORK.

 (...)

Über bloße Probleme mit Daten hinaus stellt der AARO-Bericht weitere Behauptungen auf, dass Battelle in seiner Studie, deren Ergebnisse in einem Bericht mit dem Titel „Project Blue Book Special Report #14“ veröffentlicht wurden, „zu dem Schluss kam, dass alle Fälle, für die genügend Daten vorlagen, gelöst und leicht erklärbar waren“. Ganz im Gegenteil: Die Studie ergab tatsächlich, dass von den UFO-Sichtungen, die in eine Zuverlässigkeitsgruppe von Berichten eingeordnet wurden, die als „ausgezeichnet“ eingestuft wurden, nur 4,2 % „unzureichende Informationen“ hatten, während 33,3 % dieser Fälle „unbekannt“ blieben.

Diese Unsauberkeiten hätten sich sicher vermeiden lassen, stellen aber die Grundaussage des Berichts m.E. deswegen aber nicht in Frage. Natürlich bietet das eine Angriffsfläche für Diejenigen, die der Grundaussage widersprechen und eine andere Meinung vertreten.

Der Bericht hat auch bereits einige Medienberichte nach sich gezogen, darunter bspw. der Spiegel, hna und Futuro Prossimo und weitere werden sicher folgen.

Zur aktuellen Arbeit der AARO schreibt die oben schon erwähnte abc News:

Die AARO prüft weiterhin neue Berichte über UAP-Vorfälle, die von Militärangehörigen sowie von der FAA und der NASA eingereicht werden. Phillips sagte, dass die Zahl der Vorfälle, die an AARO weitergeleitet wurden, inzwischen mehr als 1.200 beträgt, dass aber eine große Anzahl von ihnen schnell geklärt werden kann, wobei 122 im Februar geklärt wurden.

Phillips sagte, dass, sollte sein Büro jemals feststellen, dass ein UAP-Vorfall tatsächlich außerirdischen Ursprungs ist, diese Information nicht als geheim eingestuft werden würde, da dies nicht in den Zuständigkeitsbereich seines Büros fällt.

"Die Tatsache, dass wir etwas nicht verstehen, ist nicht unbedingt geheim", sagte er.

Phillips teilte Reportern mit, dass die AARO im Rahmen der Bemühungen seines Amtes, UAP-Vorfälle schnell zu klären, an der Entwicklung einer neuen tragbaren Echtzeit-UAP-Sensortechnologie namens Gremlin arbeite, die kurzfristig an nationalen Sicherheitsstandorten eingesetzt werden könne, an denen UAP-Vorfälle gemeldet worden seien.

Das hier erwähnte Technologieprojekt Gremlin ist ein neuer Ansatz für UFO-Untersuchungen und stellt ein Gerät dar, das speziell zum Sammeln von Daten während einer UFO-Sichtung entwickelt wurde. Das angekündigte Instrument wird als eine Reihe von Sensoren beschrieben, die in einem Gehäuse untergebracht sind und schnell in Sichtungsgebieten eingesetzt werden können, um wertvolle Informationen zu sammeln. Es bleibt abzuwarten, ob das Projekt Gremlin die gewünschten Antworten liefern kann, zumindest könnte dieses Gerät dennoch dazu beitragen, Licht in viele ungeklärte Sichtungen zu bringen.

  

An dieser Stelle können Sie den UAP-Bericht ansehen

 

  

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